Partnerkirchen spenden für Hochwasser-Opfer

23.7.2021

claudiognypek

Afrikanische Kirchen spenden über 20.000,- Euro für Unwetteropfer in Deutschland Oberkirchenrätin Barbara Rudolph ist dankbar für die Solidarität afrikanischer Kirchen mit den deutschen Hochwasser-Opfern. „Es hat ...

Afrikanische Kirchen spenden über 20.000,- Euro für Unwetteropfer in Deutschland

Oberkirchenrätin Barbara Rudolph ist dankbar für die Solidarität afrikanischer Kirchen mit den deutschen Hochwasser-Opfern. „Es hat mich ungeheuer berührt, dass afrikanische Partnerkirchen als aller erstes reagiert haben“, sagte die Leiterin der Abteilung Theologie und Ökumene der Evangelischen Kirche im Rheinland dem Evangelischen Pressedienst (epd). 14 afrikanische Mitgliedkirchen der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) hatten nur wenige Tage nach dem Unwetter mehr als 20.000 Euro gespendet . Mit dem Geld soll die Nothilfe der Evangelischen Kirchen im Rheinland und von Westfalen unterstützt werden, deren Gemeinden von der Hochwasserkatastrophe erheblich betroffen sind.

Gerade die Kirchen in besonderen Krisenregionen wie Ruanda, Kongo oder Botsuana hätten am schnellsten reagiert, sagte Rudolph. Es gebe bei den afrikanischen Partnerinnen und Partnern eine hohe Sensibilität für solche Situationen. „Kirchen aus Regionen, die immer wieder Krisen durchleben, wissen was dann schnell nötig ist, nämlich Solidarität und materielle Unterstützung“, sagte sie.

Befremden darüber, dass Kirchen aus ärmeren Ländern Geld ins reiche Deutschland schickten, kann Rudolph nicht nachvollziehen. „Wir haben in Deutschland das seltsame Bild, dass die Afrikaner immer nur die Armen sind“, kritisierte die Oberkirchenrätin. „Ich wünsche mir, dass durch die solidarische Spende der afrikanischen Kirchen für die Hochwasser-Opfer das Klischee einer Einbahnstraße des Gebens gesprengt wird.“

Afrikaner seien sehr wohl in der Lage, im Rahmen ihrer Möglichkeiten Unterstützung zu leisten, sagte Rudolph. Die afrikanischen Kirchen täten das, was eine Kirche in einer solchen Situation immer tun sollte: „In Not bei den Menschen zu stehen, die das brauchen.“ Angesichts der desolaten Lage in den Hochwassergebieten, sei jede Hilfe willkommen, betonte die Theologin. „Ich kann im Moment nur sagen: Wir freuen uns über jeden Euro, der kommt.“

Text: Claudia Rometsch, EKiR / Foto: Heiner Mausehund